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Wir lebten als Großfamilie in einem Haus. Oben meine Schwester zeitweise meine Mutter und ich,in der Mitte waren Oma und Opa. Unten wohnten meine Tante, meine Cousine und mein Cousin Ich war das Neshäckchen und Omas Pfläumchen. Es war schön die Kleinste zu sein, aber öfters auch zum Nachteil. Denn ich mußte immer die Kleidung der anderen auftragen und bekam selten etwas Neues, was mich oft ärgerte.

Da bei uns damals das Geld knapp war, durfte ich nicht in den Kindergarten. Also alle anderen gingen in die Schule und ich residierte in Omas Küche Oma hatte zwar einen Gasherd, aber der wurde nur zum heißmachen oder anbraten benutzt. Denn Omas Küche hatte einen wunderbaren alten, großen weißen Herd, der für mich immer faszinierend war. Er wurde mit Holz und Kohleeier befeuert und im Winter,war er herrlich warm. Mit einer kratzenden Strumpfhose bekleidet, dicken selbstgestrickten Pulli und Hausschuhe drückte ich mich gerne an dem Küchen- herd herum ,an dem die Backofenklappe stets offen stand. Innen , in der Klappe befanden sich alte Brötchen zum trocknen, die später zu Weckmehl verarbeitet wurden. Wenn Oma kurz aus der Küche ging, setzte ich mich oft auf die Klappe und wärmte meinen Hintern und den Rücken. Damals gab es keine Zentralheizung. sondern es standen Kohleöfen oder Ölöfen in den Zimmern und es wurde nicht immer alles geheizt. Also alle waren in der Schule und ich in Omas Küche. Oma kochte für unsere ganze Großfamilie. Ich wurde kurzerhand zum Handlanger dekradiert was ich aber gerne machte. Ich schälte Zwiebeln, durfte Feldsalat putzen oder ver- schiedene Sachen umrühren, was mir viel Spaß machte.

 

Ich muß sagen, durch das ständige zuschauen wie Oma kochte, habe ich viel gelernt. Allerdings mache ich keine Mehlpampe an mein Essen, so wie das früher üblilch war. Faszinierend waren auch Omas Geschichten, die sie mir während wir kochten erzählte. Gerne hörte ich immer wieder wie sie Opa kennenlernte, die Geschichte ihrer Flucht von Ostpreußsen nach Zweibrücken, vom Krieg und ihrer Kind-. heit. Meine Oma hatte zwei Seiten. Eine strenge, wenn wir nicht pünktlich nach Hause kamen, war die Türe zugesperrt und man mußte bitten und betteln, bis sie einen wieder ins Haus ließ.

 

Als ich älter war, nahm Oma auch mal den Spazierstock um einen den Hintern zu versohlen, was Opa aber immer Gott sein Dank bei mir verhinderte, denn ich war Opas Liebling, mein Privileg als Nesthäckchen. Die milde Seite meiner Oma war wenn man krank war oder Kummer hatte. Da streichelte Oma einen immer über den Kopf und sagte mein armes Pflaumchen, dass war mein Kosename. Wenn ich krank war, durfte ich auf dem Sofa, dass in Omas Schlafstube stand, dick eingepackt in einem Federbett liegen. Daneben war Omas Küche aus der es dann duftete. Oma kochte dann immer Hühnersuppe oder eine starke Rinderbrühe mit Rindfleisch und Knochen. Ja damals wurden auch Knochen abgekocht als Grundlage für Suppen oder Soßen. Sie sagte stets, dass bringt dich wieder auf die Beine.

 

Eine starke Rinder- oder Hühnersuppe, war das Allheilmittel für alle Krankheiten. Suppe und Omas streicheln über den Kopf und die Aussage, du bist mein Pflaumchen, lösten immer ein Gefühl von Ge- borgenheit im mir aus. Auch heute noch, wenn ich daran denke. Oma wußte mit der Zeit, dass ich am liebsten Hühnersuppe mit Gemüse mochte. Ich nannte sie immer dann Frühlingssuppe. Als ich größer wurde, fragte mich immer Oma wenn ich krank war, Kindchen was willst du dann essen. Ich sagte immer Oma Frühlingssuppe. In dieser Hühnersuppe waren immer Gemüse und Sternnudeln.

 

Natürlich auch Omas streicheln über den Kopf und das mein armes Pflaumchen.

Omas Hühnersuppe und andere Geschichten

Da wir damals keinen Fernseher hatten, war es üblich, besonderst in der kalten Jahreszeit, wo man nicht raus konnte, das wir Abends bei Oma in der Küche saßen, wo es Dank des Herdes so schön warm war. Oma saß meisten mit einer Stopfarbeit am Küchentisch. Wir Kinder waren sehr neugierig, denn Oma hatte ja den Krieg erlebt, wir sahen bei uns ja immer noch die Ruinen, Oma war von Ostpreußen bis runter in die Pfalz mit 2 Kindern geflüchtet und das war immer interessant wenn sie erzählte. Sie zierte sich meistens, aber wenn man genug bohrte, fing sie an zu erzählen.

Oma erzähle mal wie du Opa kennengelernt hast, fragten wir immer und Oma erzählte. Oma erzählte von dem See vor dem Haus, der im Winter immer zugefroren war und auf dem sie Schlittschuh lief. Sie erzählte wie die Hussaren hoch zu Ross an dem See vorbeiritten nach Neidenburg. Oma erzählte von den schönen roten Uniformen, den schönen Männern mit Schnurrbärten, die hoch zu Ross mit glitzernden Säbeln an ihr vorbeiritten. Ach wie gerne hätte sie so einen Mann geheiratet schwärmte sie. Die goldenen Knöpfen an den Uniformen schwelgte Oma in Erinnerungen.

An dem See kam öfters ein Mann vorbei und schaute den Frauen beim Schlittschulaufen zu. Sie interessierte sich aber nicht für diesen Mann, denn sie wollte ja einen Hussaren als Mann. Eines Tages sah sie, wie dieser Mann, der oft am See war und zuschaute zu ihrem Haus ging. Er war fein angezogen und trug einen Anzug. Oma folgte ihm nach Hause und sah wie der Mann zum ihrem Vater ging und die beiden in die gute Stube gingen und die Türe hinter sich schlossen. Oma wunderte sich was der fremde Mann von Ihrem Vater wollte. Einige Zeit verging und Oma wurde in die gute Stube gerufen. Ihr Vater erklärte ihr, dieser fremde Mann werde sie heiraten und somit war Oma mit Opa verlobt. Opa war ein Kriminalkommisar und somit Beamter und auch Uniformträger. Oma traute sich nichts zu sagen, war aber entsetzt, diesen älteren Mann heiraten zu müssen , denn sie wollte doch unbedingt einen Hussaren heiraten. Die Zeit verging und Oma heiratete Opa.

Mit der Zeit hatte sie Opa liebgewonnen und er war ihr bestes Stück und sie wollte ihn nicht mehr hergeben. Opa war übrigens auch mein bestes Stück und ich war sein Liebling. Aber die Schwärmerei von den Hussaren hatte Oma immer noch. Als wir Mädchen größer wurden sagte Oma immer zu uns, heiratet blos einen Beamten, dann seit ihr gut versorgt, war immer ihr Spruch. Als ich selber Beamtin war und Oma diesen Spruch immer noch sagte, sagte ich Oma, ich bin selbst Beamtin und brauche deswegen keinen Beamten zu heiraten ,ich bin selbst versorgt, aber Oma verstand dieses nicht.

Das war nicht Ihre Welt in der die Frauen selbstständig waren und kein männlichen Versorger mehr brauchten. Ja die Zeiten haben sich verändert und kein Mädchen würde den Mann heiraten, den ihr Vater bestimmt, In der heutigem Zeit könnte Oma ihren Hussaren haben, aber heute gibt es keine Hussaren mehr. Also würde sie vieleicht doch Opa dann nehmen, denn er war wie er im immer sagte aiuf sein Frauchen sehr bedacht.

Ach es war doch schön in so einer Großfamilie ohne Fernseher. Ich liebte Omas Geschichten von früher.

Omas Hünhersuppe"

Mit Oma im Garten war auch immer ein Erlebnis, für mich als ich klein und groß war. Unsere Oma war die erste Großmutter die Jeans trug. Für die Gartenarbeit hatten wir Oma eine ausgediente Jeans verpasst ,über die sie stets eine geblümte Kittelschürze trug und ein Kopftuch. Wie eine Bauersfrau sah sie dann aus. Sie empörte sich jedesmal, sie wäre schleßlich eine geborene von Borowski und hätte schließlich blaues Blut in den Adern, was uns immer zum Lachen brachte. Als wir kleiner waren, wollten wir immer nachsehen ob unser Blut auch blau ist. Wir waren entäuscht als wir bei Verletzungen bemerkten, dass unser Blut rot war.

 

An sonnigen Nachmittagen war ich stets mit Oma im Garten, denn sie brauchte mich schließlich. Wir gruben Kartoffeln aus, zogen Mohrrüben und Radieschen, schnitten Salat und die Kräuter ab, oder pflückten reihenweise Erdbeeren. Diese Erdbeeren sind mir besonderst in Erinnerung. Diese Sorte hieß Senga - Sengana. Diese Sorte war besonderst groß und süß. Habe solche Erdbeeren nie wieder gefunden. Rotkraut, Wirsching und Kohlköpfe wurden ausgegraben und der Kohl später zu Sauerkraut verarbeitet. Viele Kräuter für Salat wie Borretsch, das viele nicht mehr kennen, sind mir noch in Erinnerung. Wie oft wurde ich morgends in den Garten geschickt um die Kräuter für den Salat zu holen. Diese durfte ich auch immer ganz klein schneiden für den Salat. Unterhalb unseres Garten war ein alter Steinbrunnen, in denen das Gemüse und anderes grob gesäubert wurde. Ich war Omas bestes Pfäumchen, wie sie mich immer liebevoll nannte. Ich war die einzige, die auf Bäume klettern konnte und somit für Oma die Kirschen, Pflaumen und Mirabellen von den Bäumen holte. Pflaumen und Mirabellen war immer das schönste, denn dann gab es Kartoffelsuppe und ein großes Blech mit Pflaumen oder Mirabellenkuchen. Das war immer lecker. Auch die Pfirsische pflückte ich. Oma machte Marmelade, Saft und Eingemachtes aus dem Obst. Am besten war immer der Schaum von der gekochten Marmelade. Den aufs Butterbrot, war eine Köstlichkeit.

 

 

Wenn Oma im Herbst den Garten umgrub, war es meine Aufgabe die Regenwürmer aufzusammeln und sie den

 

Hühnern zu geben. Ich hatte viel von Oma über den Garten gelernt. Ebenso hatte Oma einen kleinen Rosengarten. 'Die Rosenpflanzen hat sie aus Ostpreußen bei der Flucht mitgenommen. Diese Rosen stehen immer noch vor dem Haus in dem Oma, meine Tante und wir gelebt haben. Als ich in mein Haus zog, gab mir meine Tante Ableger von den Rosen die ich einpflanzte. So habe ich heute noch die Rosen aus Ostpreußen. Dieses sind schöne Erinnerungen für mich, die ich hege u nd pflege.

 

 

 

 

 

Wenn ich Nachmittags ums Haus herum spielte und schauckelte, Oma nicht im Garten war, schlich ich mich oft in den Garten um Radieschen und Möhrchen für mich zu essen zog oder Erdbeeren mopste. Ich wusch sie am Steinbrunnen ab und aß sie. Immer mit dem Blick , dass mich hoffentlich keiner sah, denn ich hatte Angst , ich tue etwas Unrechtes. Aber die Früchte oder das Gemüse war so verlockend. Aber es passierte nie etwas. Irgendwann später hat mir meine Tante erzählt, dass Oma und sie mich immer beobachtet haben und sich köstlich darüber amüsiert haben.

 

Ich hätte gerne einen Garten wie Oma früher, aber leider haben wir so blöden Boden und Hanglage ,so das man leider keinen Gemüsegarten anlegen kann. Ich habe es schon probiert. So muß ich mich mit meinem Blumengarten vor dem Haus begnügen, aber das ist ja auch was Schönes. Ob ich mit meiner Krankheit überhaupt einen Garten bewältigen könnte, wer weiß das. So ziehe ich meine Kräuter in einem Topf oder Kasten, den ich im Sommer auf die Terrasse stelle. Ebenso ziehe ich Tomaten auf der Terrasse in Kästen. Meine Tomaten erinnern mich immer an die grünen Tomaten, die bei meiner Oma immer auf der Fensterbank in der Küche lagen.

 

 

Als mir die Polyphen entfernt wurden

Damals war alles etwas gröber, was ich aber heute nicht gut heiße, denn als Kind waren das keine schönen Erlebnisse. Da ich immer schnarchte und schlecht Luft bekam, wurde ich kurzerhand von Opa einem HNO vorgestellt. Der entschied, dass meine Polyphen entfernt werden mußten.

Eines Tages spazierte ich mit Opa ins Krankenhaus, ohne genau zu wissen was mir geschah. Ich ging mit meinem Opa in einen Warteraum und dort erzählte Opa mir, dass mir die Polyphen entfernt werden. Viele Kinder saßen in dem Warteraum. Wir mussten lange warten. Aus dem Nebenraum hörte man Gestöhne und zeitweise auch Geschrei. MIr wurde immer mulmiger zumute. Irgendwann war auch ich an der Reihe. In dem Nebenraum lagen Kinder auf den Pritschen und weinten. Opa führte mich weiter in einen gekachelten Raum, indem ein besonderer Stuhl stand und eine 'Schwester war. Da war dann auch noch der HNO , der eine für mich genannte Metzgerschürze trug die blutig war. Ich hatte Angst, Opa führte mich auf den Stuhl, wo mir die Arme und die Beine mit Lederriemen festgebunden wurde. Ich hatte noch mehr Angst. Die Schwester drückte mir eine Maske aufs Gesicht, die stank, mein Hirn fing an zu routieren und schon war ich eingeschlafen.

Als ich wach wurde, stellte ich fest, dass ich den HNO anspuckte. Ich denke, der hat es auch nicht besser verdient. Opa führte mich an den liegenden Kindern vorbei in den Warteraum. Wir saßen dort noch ein bischen herum und ich drückte mich an Opa. Als er fragte ob es mir gut gehe und ich es bejahte, gingen wir nach Hause. Nach einer OP mußte ich zu Fuß nach Hause gehen.

Wenn man bedenkt, wäre das heute unmöglich. Anscheinend waren wir gut abgehärtet. Opa erzählte mir, wenn wir zu Hause wären, würde sich Oma um mich kümmern. Ich merkte das ich weiche Knie hatte und müde war. Als wir zu Hause waren, steckte mich Oma in das schöne Federbett auf die Couch in ihrem Schlafzimmer. Sie streichelte mir über den Kopf und sagte mein armes Pflaumchen. Und dann kam die Frage, Kind was willste denn essen. Ich sagte Oma Frühlingssüppchen. So bekam ich meine Hühnersuppe mit Gemüse und Sternnudeln, die Oma schon vorher gekocht hat. Omas Suppe und die Streicheleinheiten, entschädigten mich für die ganze Sache und ich war wieder im Geborgenen.

Omas Suppe heilt alle Wehwehchen.

 

Omas Keller

Wie gesagt ich war ja das Nesthäckchen und kein Kindergartenkind und somit mit Oma den ganzen Morgen zusammen. Omas Keller war auch eine fantastische Welt für mich und hoch interessant. Es war eine langer dunkler Gang, wo einige Türen abgingen und eine große Waschküche war. Durch den Gang durch, ging es in die Garage wo unsere Tischtennisplatte stand ,die regelmäßig benutzt wurde. Wir hatten das Privileg, ganzjährig Tischtenneis spielen zu dürfen.

Außerdem gab es einen Kohlekeller. In denen lagerten die Briketts und die Eierkohlen. Wenn sie geliefert wurden, mußten wir alle ran. Über eine Rutsche wurden die Eierkohlen in den Keller geleitet. Dann mußten wir sie auf einen Haufen machen. Bei den Briketts bildeten wir eine Schlange, um sie in den Keller zu bekommen und zu stapeln. Hinterher sahen wir immer gut aus.

Die Waschküche war ein großer Raum. Hier war ein riesiger Waschkessel, der von unten befeuert wurde. In diesem großen Waschkessel, wurde die Wäsche gekocht und mittels eines Waschbrettes geschrubbt. Später kam nochmals Wasser rein, daß etwas gewärmt wurde und dann die Kochwäsche nochmals gespült. Anschließend durften wir in das Wasser, was einen riesisgen Spaß machte in dem großen Zuber. Nur ich hatte mal wieder das nachsehen. Als Neshäckchen durfte ich als letzte rein und war mal wieder in dem gebrauchten Wasser.

In der Waschküche standen auch große Steinguttopfe, in denen Sauekraut und Bohnen lagerten. Dieses wurde im Herbst gehobelt und eingelegt. Ab und zu schlich ich mich in den Keller, hob das Holz von den Steinguttöpfen, um von dem Sauerkraut und den Bohnen zu probieren. Alles war immer wie ein großes Abendteuer. Oma aber fand mich überall und holte mich wieder in die Küche zurück.

Als ich größer wurde fand ich ein prima Versteck. Wenn man aus dem Keller richtung Hof ging, war da ein wunderbarer großer Kirschbaum. Der hatte viele Äste . Ich kletterte tief in den Baum hinein und setzte mich auf einen der Äste. Im Sommer konnte man dabei prima Kirschen essen. Hier konnten sie rufen und mich suchen sie fanden mich nie. Das war ein prima Versteck für mich, denn keiner von den anderen kommte so gut klettern wie ich.

 

Omas Bratheringe und immer alles essen was auf den Tisch kommt.

 

Meine Oma war ja für das Esssen für alle im Haus zuständig. Das hatte aber auch Nachteile, denn ihr Leitspruch war, alles was auf den Tisch kommt wird gegessen. Und es gab keine Ausnahmen. Dampfnudeln mit Vanillesoße, Milchreis mit Zimt und Zucker, Gemüsesuppen, Frikadellen und anderes waren immer lecker und wurden von allen gerne gegessen . Fleisch gab es wenig, denn es war zu teuer und acht Personen satt zu bekommen war nicht immer einfach. Hähnchen zum Beispiel, was ich immer lecker fand, bekam ich immer nur einen Flügel, und beim Sonntagsbraten, hatte ich immer nur ein kleines Stück. Die Weihnachtsgans wurde mit Füllung so gestreckt, dass sie drei Tage lang reichte. Ja in der Beziehung sind wir nicht verwöhnt worden.

Mittags, wenn es Kartoffeln gab, es war immer so viel, dass es Abends für Bratkartoffeln immer reichte, Das war ja nicht schlimm, denn die aß ich immer gerne, Nur das was dazu kam, Salat war ok, ebenso gebackene Blut oder Leberwurst, aber die Sauermilch war für mich immer ekelhaft, aber ich mußte ja aufessen seufz............. Wurst, ,  war sowieso selten. Fleisch und Wurst wurden einmal im Monat beim Metzger eingekauft. Das war Opas Aufgabe. Er zog mit einem Handwägelchen los, eine Stunde marschieren hin und eine zurück. Ich ging immer freiwillig mit, dass hatte einen bestimmten Grund. In der Metzgerei angekommen, durfte ich immer in die Wurstküche. Dort gab mir unser Metzger ein grooooßes Stück Kesselfleisch. nur für mich alleine. Was für ein Fest und ich aß es mit Genuss auf. Das war mir der Fußmarsch wert.

Auch Omas Graupensuppe oder Niesmuschelsuppe hasste ich. Dieses schleimige etwas, esse es heute noch nicht. Nun aber zu den Bratheringen. Die gab es einmal in der Woche zu den Bratkartoffeln. Diese waren für mich so ekelhaft, aber ich mußte sie aufessen. Ich würgte schon am 'Tisch, mußte sie aber runterschlucken. Da es mir dann immer schlecht war, ging ich früh ins Bett, Irgendwann in der Nacht, fing ich an mich zu erbrechen und reierte das ganze Bett voll. Das ging eine Zeitlang jede Woche einmal. Irgendwann war es meiner Mutter zuviel und sie führte mit Oma ein Gespräch. Ab dieser Zeit mußte ich keine Bratheringe mehr essen und bekam Ersatz dafür, während die anderen brav ihre Bratheringe aßen.

Bis heute mache ich einen großen Bogen um Bratheringe. Klar, Oma wurde früher so erzogen und kannte es nicht anderst. Aber die Moral von der Geschicht, zwinge nie jemanden etwas zu essen, was er nicht kann.

Omas Samstagsabende mit uns

Wenn ich Samstagsabend fernsehe, denke ich oft an Oma. Ich sehe Oma dann vor mir, in ihrer blauen Kittelschürze, mit den großen roten Blumen, ihren Jeans und ihrer Frisur mit dem Kamm hinten gesteckt. Samstag war immer ein großer Tag, denn dann gab es abends Fanta oder Cola und Salzstangen. Solche Getränke waren rar bei uns, die gab es halt nicht. Es gab morgens Malzkaffe, vornehmlich Carokaffee, es gab ansonsten Tee oder mit Wasser berdünnten Saft, den Oma selbst herstellte. Ansonsten tranken wir Kranewasser, wie man so sagt. Den Saft stellte Oma aus den Früchten von unserem Garten her. Es kam dann immer etwas Saft ins Glas und darauf das Wasser aus dem Wasserhahn. Wir mussten ja sparen. Ja verwöhnt wurden wir damals nicht, aber es hat uns auch nicht geschadet. Ebenso war auch Schokolade rar, oder Bonbons. Die gab es selten.

Wie gesagt meine Schwester und ich schliefen in Omas Haus , oben alleine unter dem Dach, in einer kleinen Wohnung. Wir waren ja schon älter. Oma schaute dort immer nachts bei uns rein, ob alles in Ordnung war. Als wir so im Jugendalter waren, bekamen wir einen Fernseher, den Ersten, kleiner brauner Kasten, mit 2 Programmen. Dem Ersten und dem Dritten in Schwarz-Weiß. Wir waren stolz auf diesen Kasten, den endlich brachte er das Ersehnte, was andere schon lange hatten.

Und so gab es fortan, die sogenannten Samtstagabende, an denen meine Oma in der besagten Kittelschürze zu uns raufkam, mit der Flasche Cola und den Salzstangen. Dieses wurde redlich unter uns drei aufgeteilt und so konnte das Programm beginnen. Samstag war im Fernseh immer Famileinabend. Es kam entweder der Rudi Carell mit seiner Show am laufenden Band, oder Hans Joachim Kuhlenkampf, mit seiner Sendung Einer wird gewinnen. Dieses war immer der Höhepunkt. Oma liebte es, wenn die Sendung vom Kuhlenkampf zu Ende war und Martin, der Butler, ihm in den Mantel half und seine Sprüche los lies. Das war dann Omas Highligth. Danach gingen wir immer zu Bett.

Leider durften wir in der Woche abends immer nur bis 20 Uhr fernsehen. Damals kamen aber doch in der Woche die spannenden Krimis, wie mit Schirm, Scharm und Melone, Sir Tempelton uws. Da wir ja in der Schule mitreden wollten, schauten meine Schwester und ich uns diese Filme heimlich an. Der Ton des Fernsehers wurde ganz leise gestellt, die Türe geöffnet, so das wir es hörten, wenn Oma die Treppe raufkam. Wir wurden nie erwischt. Unter der Woche schauten wir dann das Regionalprogramm, denn vor 18 Uhr gab es kein Fernsehen. Da kamen solche Sachen wie die unheimlichen Geschichte des Franz Josef Wanniger und die Geschichte Büro. Büro. Noch heute erinnere ich mich an die Melodie, mit der die Sendung anfing. denn sie ging immer so. Eine Liedzeile Schreibmaschinengeklappere und dann immer das Ping, wenn der Schlitten der Schreibmaschine wieder zurück in die Ausgansposition geführt wurde.

Ja damals ab es keine Computer, es gab nur Schreibmaschinen. Heute ist es ja sebstverständlich, die Kinder können ja alles sehen und trinken was sie wollen. Für uns damals, waren es besondere Momente. Immer wieder wenn ich mal Cola trinke, Salzstangen esse und dabei Fernsehe, sehe ich immer meine Großmutter vor mir, in ihrer geblümten blauen Kittelschürze. Ja damals waren die Samstagsabende noch Highligths, heute glaube ich nicht mehr so.

Schade.

Vielen Dank für ihren Besuch

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